Auf den folgenden Seiten habe ich meine Erfahrungen von meinen Radtouren niedergeschrieben und Berichte über wissenswertes rund ums Radfahren. Über Kommentare, Anregungen und Kritik freue ich mich natürlich auch.
Nach einer ruhigen Nacht hatte ich um 7 Uhr den Entschluss gefasst, den Adige (Etsch) entlang zu fahren und nicht den Po. Der Adige führte durch Verona und schien mir eine gute Alternative zu sein. Also machte ich noch eine Stadtbesichtigung und gegen 11 Uhr auf den Weg. Der Weg führte auf einmr sehr schotterigen Weg (grobe Steine) direkt neben dem Fluss entlang. eine tolle Kulisse! Zur rechten Seite den Fluss und zur Linken die schneebedeckten Berge. Es war so um die 0 Grad, aber meine Kleidung hielt mich warm, bis ich "Betriebstemperatur" hatte. Eine schöne, ruhige und abwechslungsreiche Strecke führte ca. 20 km bis zum nächsten Dorf, welches man kreuzen musste. Hier wurde der Untergrund etwas besser, aber nur bis man die Ortschaft verlassen hatte. So ist es nun mal. Ich konnte die Ruhe richtig geniessen und mich vom stressigen Alltag der letzte Monate erholen. Ab Albaredo änderte sich sich alles. Eine richtige Rennstrecke mit neuem Belag und vielen Italienern, die das schöne Wetter nutzten, um einen Spaziergang zu machen. Viele Grüssten mich sehr freundliche mit "Salve!" und andere starrten mit an, als käme ich von einem anderen Planeten. Gut, mit Mütze, Sonnenbrille und dem bepackten Fahrrad, ist es für Italiener nicht wirklich eine Saison, um Radtouren zu machen. Ich war trotzdem glücklich.
Nach weiteren 40 km wurde es langsam dunkler und ich musste mir einen Platz ausgucken, wo ich übernachten konnte. Ich wollte unbedingt mein neues Zelt und den Schlafsack ausprobieren. Mich hielten noch zwei Italiener auf der Strecke an, die wissen wollten, wo meine reise hingeht. Wir unterhielten uns eine Weile. Sie erklärten mir, dass dieser Weg, allerdings in die andere Fahrtrichtung, nach Santiago di Compostela - Jakobsweg - führen würde. Somit habe ich auch mein schlechtes Gewissen beruhigen können (ego te absolvo). Ich fragte die beiden, ob und wo man hier zelten kann. Sie meinten überall, wo man nicht unbedingt gesehen wird.
Also fuhr ich noch ca. 15 km, bis ich eine kleine Lichtung - unterhalb des Weges - gefunden hatte. Nicht weit davon war ein Turm mit einer großen Leitung, die in den Adige führte. Ich dachte nichts böses - ausserdem roch es nicht nach Fäkalien. Also schlug ich hier mein Zelt auf. Als es dunkel war, erstrahlte die Gegend ein heller Scheinwerfer. Ja...es war die Beleuchtung von dem Turm. Ich lag aber auf der Schattenseite und mein Zelt war so dunkel, dass kaum Licht ins Innere gelang. Ganz im Gegneteil, so hatte ich etwas Helligkeit, um zu sehen, was ich koche und esse. Relativ schnell schlief ich nach dem Essen ein.